in seinem Geburtsort Pferdsfeld bei Bad Sobernheim

Am 26.August 2011 entdeckten Kinder von Paul Schneider (- die selber inzwischen Rentner sind -) bei ihrem Besuch in Pferdsfeld, dass alle vier künstlerisch gestalteten Bronzetafeln mit Szenen aus dem Leben Paul Schneiders von dem tragenden Pfeiler abmontiert waren; auch die Textplatte zu Füßen des Kunstwerkes in die Pflasterung eingelassen, trug Spuren vom versuchten Diebstahl. Ebenso fehlt die an einem Feldstein daneben angebrachte Gedenktafel für den einstigen Ort Pferdsfeld.

Die daraufhin informierte Polizeidienststelle wußte bereits davon. In der Pressemeldung des Polizeipräsidiums Mainz vom 26.07.2011 heißt es: "Am 23.07.2011 meldete ein aufmerksamer Zeuge, dass an der Paul-Schneider-Gedenkstätte, Bereich ehemalige Ortslage Pferdsfeld, eine aus Bronzeguss gefertigte Bilddarstellung entwendet wurde, wobei der/die Täter die Tafel an den Befestigungsschrauben sorgfältig abtrennte.....Da die Tatzeit nicht näher eingegrenzt werden kann, ist der Zeitraum vom 13.07. bis 20.07.2011 relevant."
In der ersten Augusthälfte wurde erneut in der unmittelbaren Region, - im ehemaligen Ort Eckweiler am Friedhof - eine Bronzetafel gestohlen, die an die Toten beider Weltkriege ernnerte. 

Die Dörfer Pferdsfeld, Eckweiler und Rehbach mit sämtlichen Einwohnern wurden Ende der siebziger / Anfang der achtziger Jahre umgesiedelt, um einem 320 Hektar großen Militärflugplatz Raum zu schaffen. Die Orte wurden vollkommen dem Erdboden gleichgemacht. In Pferdsfeld wurde der Kirchturm als letztes Bauwerk 1984 gesprengt; man verschonte ein  Gehöft und den Friedhof; in Eckweiler blieb nur das das kleine Dorfkirchlein stehen. Die "Wende" machte diesen Militärflugplatz überflüssig;  nach entsprechender Zeit zog man das dort stationiert Jagdgeschwader ab.

Am 100. Geburtstag des "Predigers von Buchenwald", am 29.August 1997, wurde an diesem verlassenen Ort ein Genkstein für Paul Schneider enthüllt. Den Wettbewerb für seine Idee  hatte der Künstler Karl Heinz Brust aus Kirn-Sulzbach gewonnen.
Er gestaltete vier Szenen aus dem Leben Paul Schneiders und ordnete diese aufwärtsstrebend rundherum um einen Mittelpfeiler an:
1. Paul Schneiders Kindheit in Pferdsfeld
2. Seine Auseinandersetzung mit der NSDAP
3. "Der Prediger von Buchenwald"
4. Heimkehr

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Die in den Boden eingelassene Bronzetafel trägt folgenden Text:

"Wir haben um so fester das prophetische Wort, dass ihr darauf achtet als ein Licht."
                                                                                                                                              (2.Petrus 1,19)
             PAUL SCHNEIDER
- "Der Prediger von Buchenwald" -
Geboren in Pferdsfeld am 29.August 1897.
Pferdsfeld mit seiner ländlichen Umgebung
war für den einfachen bäuerlichen
Pfarrersohn "Kindheitsparadies",
an das er sich auf seinem späteren
Lebensweg gern erinnerte.
Er wurde am 18.Juli 1939 im
Konzentrationslager Buchenwald ermordet.

Zur Aufstellung des Denkmales wurde von der Kommune Bad Sobernheim ein überwachsener Platz mit dem alten maroden Dorfbrunnen, den Stufen zum ehemaligen Pfarrhausgrundstück wieder freigelegt und zusammen mit einer Gedenktafel auf einem Feldstein für diesen nicht mehr existierenden Ort neu gestaltet. Dieser Bereich erhielt den Namen: Paul-Schneider-Platz am Röhrbrunnen.  Der Platz wird von Bad Sobernheim aus gepflegt.

Die Kosten für das Denkmal und die ganze Anlage waren gemeinsam von der Evang. Kirche im Rheinland, den Kirchgemeinden Dickenschied, Bad Sobernheim, Gebroth-Winterburg, den Evang. Kirchenkreisen Nahe und Glan sowie der Stadt Bad Sobernheim übernommen worden.

Im Jahr 2008 veranlaßte Bad Sobernheim, an den ehemaligen Zufahrtsstraßen Wegweiser mit dem Text "Paul Schneider Gedenkstein" anzubringen, um auf die Bedeutung dieses verlassenen Ortes hinzuweisen und zu helfen, dass Besucher den Weg dorthin finden können.

Aufgrund von vermehrten Diebstählen von Metall jeglicher Art, sogar von Friedhöfen und ganze Eisenbahnschienen von noch benutzten Gleisen, gehen die Polizei und die zuständigen Behörden davon aus, dass hier Metalldiebe in skrupelloser Weise alles Verwertbare entwenden, um dieses zu Geld zu machen und dabei nicht einmal vor Gedenkorten und Kunstwerken - egal für wen - halt machen.

Paul Schneider verbrachte seine frühe Kindheit von 1897 bis 1910 in Pferdsfeld.
Sein Vater, Gustav-Adolf Schneider (1858-1926), kam als junger Pfarrer im Dezember 1886 nach Pferdfeld und heiratete zwei Jahre später Elisabeth geb. Schnorr (1863-1914). Von fünf Söhnen starben die ersten beiden bei und gleich nach der Geburt; es folgten dann Adolf, Paul und Hans.
Die Mutter war recht kränklich, sodaß Paul anstatt in der Kirche zuhause im Pfarrhaus getauft wurde. Paul besuchte in Pferdsfeld die Volksschule und wurde gleichzeitig von seinem Vater auf den Besuch des Gymnasiums vorbereitet; ebenso auch seine Brüder.
Um das Gymnasium in Bad Kreuznach besuchen zu können, mußte er während der Schultage in einer Kreuznacher Schülerpension untergebracht werden, freute sich aber jeden Sonnabend, wenn er in die Freiheit des ihm gewohnten Landlebens zurück kehren konnte.
Nach einem Jahr Gymnasiumsbesuch übernahm der Vater im Frühjahr 1910 wegen der kranken Mutter eine Pfarrstelle in Hochelheim (heute: Hüttenberg) Nähe Wetzlar/Gießen. Von dort aus besuchte Paul Schneider das Gymnasium in Gießen, das er täglich mit der Eisenbahn erreichte.
An sein "Kindheitsparadies" Pferdsfeld erinnert er sich sein Leben lang gern und schreibt davon auch gelegentlich in Briefen und Tagebucherinnerungen.

Wiederherstellung der Paul-Schneider-Stele   -   Feier am  2.12.2012
Aufgrund vielfältiger Initiative seitens der Kommune, der Evang. Kirchgemeinde und des Synagogenfördervereines von Bad Sobernheim konnten die vier Tafeln an der Stele wieder angebracht werden, allerdings mit wertlosen Material aus
Aluminium.
Der Künstler Karlheinz Brust, der die Kunstwerke entworfen hatte, besaß noch die Gipsmodelle von 1997. So konnten die vier Platten zum Leben von Paul Schneider in einer Glockengießerei neu gegossen werden.
Eine Einweihungsfeier an der Gedenkstele fand am 1.Advent, 2.Dezember 2012, unter Beteiligung des Künstlers Karlheinz Brust, von Karl-Adolph Schneider und Pfarrer Gerd Westermayer aus Dickenschied, Bürgermeister Michael Greiner,  Pfarrer Christian Wenzel und zahlreichen Bürgern aus Bad Sobernheim sowie Vertreter aus dem Paul-Schneider-Gymnasium in Meisenheim statt.

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