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epd-Meldung vom 26.12.2012, 7.01 Uhr (epd West):
Rheinische Kirche erinnert an Frau des „Predigers von Buchenwald“

Dickenschied/Düsseldorf (epd). Zum zehnten Todestag von Margarete Schneider (1904-2002)
erinnert die evangelische Kirche an die Frau des „Predigers von Buchenwald“, des im KZ
ermordeten Pfarrers Paul Schneider. Sie starb nach Angaben des Kirchenkreises Simmern-Trarbach
am 27. Dezember 2002 im Alter von 98 Jahren. „Wir sind ihr dankbar, weil sie sich die Liebe zu ihrer
Kirche bewahrt hat, obwohl die Kirche, insbesondere das damalige Konsistorium der Rheinprovinz,
an Paul Schneider, an ihr und der Familie schuldig geworden ist“, sagte der rheinische Präses
Nikolaus Schneider.
Margarete Schneider sei Zeugin und Teil des Martyriums des Predigers von Buchenwald gewesen,
sagte Schneider, der auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist.
Pastorin Elsa-Ulrike Ross aus Weimar, Vorsitzende der Pfarrer-Paul-Schneider-Gesellschaft,
würdigte die aus Wildberg im Schwarzwald stammende Pfarrfrau als lebensbejahende
Persönlichkeit. Sie habe das Leid in Kraft und Tatkraft umgewandelt: „Ohne sie würde kaum
jemand etwas von Paul Schneider wissen.“
Margarete Schneider veröffentlichte ein Buch über ihren Mann, das auch in der ehemaligen DDR
erschien. „Sie nutzte jede Möglichkeit, von ihm zu berichten und seinen Weg der Nachfolge Jesu
bis in den Tod hinein nachzuzeichnen“, sagte Ross. Dabei sei die Mutter von sechs Kindern immer
wieder für Versöhnung und Frieden eingetreten. Die nächste Jahrestagung der Pfarrer-PaulSchneider-Gesellschaft im September 2013 in Löwenstein stelle Margarete Schneider in den
Mittelpunkt, kündigte die Vorsitzende an.
Schneider sei dem Hunsrück stets verbunden geblieben und habe sich aktiv an den
Gedenkveranstaltungen an ihren Mann beteiligt, hieß es weiter. Ihr Andenken stehe in den
Gemeinden, in denen ihr Mann Pfarrer war, gleichberechtigt neben dem ihres Mannes, betonte der
Dickenschieder Pfarrer Dietrich Benninghaus. Horst Hörpel, Superintendent des Kirchenkreises
Simmern-Trarbach, würdigte Margarete Schneider als „eine der beeindruckendsten
Persönlichkeiten, denen ich in meinem Leben begegnen durfte“. Er verwies auch auf ihr
Engagement bei den Friedensgebeten in den 80er Jahren am Stationierungsgelände bei
Hasselbach. „An ihrem Leben ist deutlich geworden, wie frei ein Mensch sein kann, wenn er sich
an das Wort vom Kreuz gebunden weiß“, sagte Hörpel.
Margarete Schneider erhielt für ihr Engagement zahlreiche Ehrungen, darunter das Große
Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und die Ehrenbürgerwürde der Hunsrückgemeinde
Dickenschied. Pfarrer Paul Schneider (1897-1937) war einer der ersten Theologen der
Bekennenden Kirche, der von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Wegen seiner konsequenten
Ablehnung der Nazi-Diktatur war er mehrfach festgenommen worden. 1937 kam er in das KZ
Buchenwald bei Weimar und verkündete seinen Mitgefangenen aus der Zelle heraus das
Evangelium.

epd-West mag kat